Das Kaninchen

Hase oder Kaninchen?

Es ist nicht immer einfach – Hase oder Kaninchen? Ist das das Gleiche oder gibt es Unterschiede?
Ganz klar, es gibt Unterschiede.
Unter Hasen versteht man Säugetiere, von denen etwa 55 Arten existieren. Die bekanntesten sind der Feldhase und das Wildkaninchen, die in der freien Wildbahn zuhause sind und das domestizierte Hauskaninchen.
Das Kaninchen

Auch gibt es Unterschiede zwischen Hasen und Kaninchen:


HasenKaninchen
Lange OhrenKürzere Ohren
Kräftige HinterbeineNormale Hinterläufe
Eher EinzelgängerGesellige Tiere
Leben im freien FeldLeben eher in gebuddelten Erdbauten
Nachkommen haben Fell und offene Augen (Nestflüchter)Nachkommen sind nackt und blind (Nesthocker)

Das Hauskaninchen

Alter

Im Durchschnitt werden Kaninchen zwischen 8 und 12 Jahre alt. Bei guter Haltung und Pflege können Kaninchen auch gut und gerne älter als 12 Jahre werden. Hier muss für eine artgerechte Haltung und eine ständige gesundheitliche Überprüfung gesorgt werden.

Kommunikation

Die Verständigung unter Kaninchen läuft über Duftstoffe, Laute oder Körpersprache. Am Geruch erkennen sich Kaninchen untereinander. Reviere werden mir Urin oder auch Kot markiert, was auch für uns Menschen erkennbar ist. Eine Weitere Reviermarkierung wird mit den Kinndrüsen durchgeführt, die der Mensch nicht wahrnehmen kann.
Mit dem Körper sprechen die Tiere sehr vielfältig miteinander: Am Anfang beschnuppern sich Kaninchen, um den anderen zu erkennen oder um zu überprüfen, ob der andere auch zur gleichen Gruppe gehört. Zur Begrüßung stupsen sich Kaninchen gerne mit der Nase oder lecken sich das Fell.
Das Kaninchen kann viele verschiedene Laute von sich geben. Einige sind:

  • Zähneklappern – das Kaninchen fühlt sich wohl (z.B. beim streicheln)
  • Zähneknirschen – vermutlich hat das Kaninchen Schmerzen, das Knirschen ist lauter als das wohlige Klappern.
  • Knurren/Fauchen – Drohung z.B. vor Auseinandersetzungen
  • Klopfen – mit den Hinterläufen stampft das Kaninchen laut auf den Boden, zur Information
  • für andere Kaninchen, zur Abschreckung oder als Zeichen von Aufregung oder Unbehagen
  • Schreien – große Angst

Fortpflanzung

Das Kaninchenweibchen wirft nach durchschnittlich 31 Tagen zwischen vier und 12 kleine Kaninchenjunge. Meist baut die Mutter eine Art Höhle oder Unterschlupf, um dort die Jungen zu bekommen. Hierfür eignet sich auch ein Haus, das dann von der Kaninchendame mit Heu, Fell etc. ausgestattet wird. Die Geburt findet meist in den frühen Morgenstunden oder in den späten Abendstunden statt. Nach der Geburt werden sich auch andere Gruppenmitglieder meistens liebevoll um die Jungen kümmern, sodass die Mutter entlastet wird. Es ist normal, dass die Mutter nicht oft und lange bei den Jungen ist – sie säugt ihre Jungen nur ein bis dreimal am Tag.
Die Jungen kommen nackt und blind auf die Welt und sind sehr auf die Nestwärme (die Jungen sind dicht aneinander gekuschelt) angewiesen. Nach 2 Tagen sieht man einen ersten Haaransatz und nach etwa 6 Tagen sind schon am ganzen Körper Haare. Nach etwa 10 Tagen öffnen sich die Augen der Hasen und nach etwa 2 Wochen beginnen sie zu krabbeln (hoppeln geht noch nicht). In dieser Phase wird auch schon am normalen Futter geleckt und ein wenig probiert, aber erst nach 4 Wochen essen sie so viel, dass sie auch ohne Muttermilch überleben könnten. Nach etwa 6 bis 8 Wochen ernähren sich die kleinen Kaninchen weitgehend selbstständig.
Kaninchen werden je nach Rasse mit spätestens 12 Monaten geschlechtsreif (kleine Rasse: 3-5 Monate, mittelgroße Rasse: 4-8 Monate, große Rasse: 7-12 Monate).

Haltung – niemals allein

Kaninchen sind sehr gesellige Tiere und man sollte niemals ein Kaninchen alleine halten. Es sollten mindestens zwei Kaninchen sein, das ist auch für „Kaninchen-Neulinge“ ein guter Einstieg. Meerscheinchen und Kaninchen vertragen sich meist nicht wegen unterschiedlichem Tagesrythmus und Körpersprache. Daher sollten diese nicht zusammen in einem kleinen Käfig gehalten werden (gemeinsamer Auslauf funktioniert meist ohne Probleme).